Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Vor ein paar Jahren waren die beiden noch Teil von «Unsere Helden - Luzerner Olympia- und Topsportlerteam», mit dem das Gesundheits- und Sozialdepartement Athletinnen und Athleten in ihrer Vorbereitung auf einen sportlichen Grossanlass unterstützt. Nun räumen sie bei den Paralympics in Tokio ab: die Rollstuhl-Leichtathleten Manuela Schär und Marcel Hug. 

 

Grossartige Erfolge - auch für unseren Kanton

Die gebürtige Altishoferin, die in Kriens wohnt, hat über 5000 Meter Silber eingeheimst, tags darauf mit einer sensationellen Goldmedaille über 800 Meter nachgelegt und sich schliesslich mit einer weiteren Silbermedaille über 1500 Meter zum dritten Mal Edelmetall gesichert. Doch damit nicht genug: Gestern hat Manuela Schär auch noch den Olympiasieg im 400-Meter-Rollstuhlrennen rausgefahren – der absolute Wahnsinn! Eine ebenso unglaubliche Leistung zeigt auch der 35-jährige Marcel Hug aus Nottwil. Er hat am Dienstag einen neuen Weltrekord über 1500 Meter aufgestellt und dabei die alte Rekordmarke um mehr als zwei Sekunden unterboten. Das ist schlicht sensationell! Nach dem Gold über 5000 Meter hat sich Marcel Hug damit seine zweite Goldmedaille an diesen Spielen gesichert. Und «Silver Bullet», wie Hug wegen seines silbernen Helms auch genannt wird, hat gestern Abend ebenfalls noch ein weiteres Mal für einen Luzerner Goldregen in Tokio gesorgt: Er lässt seinen Gegnern im 800-Meter-Rennen keine Chance und sichert sich damit seinen Olympiasieger-Hattrick. Mit einem Rennrollstuhl, der notabene mit Hilfe einer Tochterfirma der Schweizer Paraplegiker-Stiftung in Nottwil sowie dem Formel-1-Windkanal von Sauber in Hinwil entwickelt wurde.

 

Es ist für mich als Sportdirektor schön zu sehen, wie Luzerner Sportlerinnen und Sportler ihren Weg an die Weltspitze machen und dabei die Schweiz so toll und sympathisch repräsentieren wie eben Manuela Schär und Marcel Hug. Ich gratuliere den beiden von Herzen zu ihren sportlichen Grosserfolgen.

 

Die Lebensqualität der Luzerner Bevölkerung liegt mir am Herzen

Wie ist die Lebensqualität im Kanton Luzern? Um diese Frage auch im zeitlichen Verlauf zu beantworten, stützen wir uns unter anderem auf die Luzerner Sozialindikatoren ab, die sowohl die objektiven Fakten als auch die subjektive Wahrnehmung der Bevölkerung in acht verschiedenen Lebensbereichen abbilden. Ende August hat LUSTAT über die Sozialindikatoren 2021 informiert. Aktuell verläuft die Entwicklung bei 27 der insgesamt 63 bewerteten Indikatoren in die gewünschte Richtung. So weist beispielsweise der Bereich «Bildung und Arbeit» einen positiven Trend auf, was mich sehr freut. Denn der Kanton Luzern verfolgt den Grundsatz: «Bildung vor Arbeit vor Sozialhilfe.» Auch in den Bereichen «Gesundheit», «Sicherheit» und «Umwelt» ist eine tendenziell positive Entwicklung feststellbar. Bei 17 der 63 Indikatoren ist hingegen ein unerwünschter Verlauf zu beobachten. So entwickelt sich insbesondere die «finanzielle Situation» mehrheitlich nicht wie gewünscht. Das verfügbare Einkommen nimmt zwar zu, der Anteil der armutsbetroffenen Bevölkerung nimmt ab, und auch der Anteil der Wohnkosten am Bruttoeinkommen der Luzerner Haushalte wird kleiner. Demgegenüber nimmt aber der Bedarf an staatlichen Transferleistungen zu, die finanzielle Belastung der Haushalte durch die obligatorischen Krankenkassenprämien erhöht sich stetig, und auch die Einkommensungleichheit zwischen den Haushalten wird tendenziell grösser. Zudem steigt die Steuerbelastung an und die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation nimmt ab.

 

Als Luzerner Sozialdirektor verfolge ich die Entwicklung der Luzerner Sozialindikatoren äusserst aufmerksam. Wir stützen uns auf diese, um unsere Sozialpolitik zu optimieren – sei dies, indem wir Massnahmen umsetzen und/oder Instrumente anpassen. Denn: die Lebensqualität der Luzernerinnen und Luzerner liegt mir sehr am Herzen und hat höchste Priorität. Ich fordere aber auch jede Einzelne und jeden Einzelnen auf, gemäss seinen Möglichkeiten seine Eigenverantwortung wahrzunehmen.

 

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende. Bliibed Sie gsond!

 

Guido Graf
Regierungsrat

 

 

 

Zurück

Impressum