Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Krankenkassen sollen Reserven nachhaltig abbauen

 

Anfang Woche gab das Bundesamt für Gesundheit die Krankenkassenprämien für das Jahr 2022 bekannt. Dass die Prämien wie bereits in den Vorjahren auch 2022 nur moderat ansteigen – oder gar sinken – ist grundsätzlich sehr erfreulich und eine gute Nachricht. Für uns alle.

 

Auffallend ist aber, dass sich die Prämien je nach Kanton und Krankenkasse sehr unterschiedlich entwickeln. Während beispielsweise die Prämien bei der einen Krankenkasse steigen, sinken sie bei der anderen. Dieses Bild lässt vermuten, dass die Prämien nicht bloss die tatsächlichen Kosten wiedergeben, sondern, dass andere Faktoren wie etwa Reservebildungen oder Reserveabbau bei den Krankenkassen ebenfalls eine Rolle spielen.

 

Milliarden an weiteren Reserven angehäuft

Tatsächlich haben die Krankenversicherer seit 2012 ihre Reserven um insgesamt rund 6 Milliarden Franken weiter angehäuft. Mit der seit 1. Juni 2021 in Kraft gesetzten Verordnungsänderung gibt der Bund nun Gegensteuer und erleichtert den Krankenkassen den Abbau von überhöhten Reserven, was gemäss dem Bundesamt für Gesundheit bereits Wirkung zeigt. Somit könnte der Abbau der Reserven unter anderem auch ein Grund sein, warum die Krankenkassenprämien nächstes Jahr nur moderat ansteigen. Trotz des Abbaus von Reserven sind diese im vergangenen Jahr aber wiederum gestiegen und aus meiner Sicht nach wie vor viel zu hoch. Die Krankenversicherten, sprich die Bürgerinnen und Bürger, werden das Geld, das sie im Rahmen der Prämien für die Reservebildungen bezahlt haben, nie mehr vollumfänglich zurückerhalten.

 

Vernunft und Fairness, bitte

So verlange ich, dass die Krankenkassen als Sozialversicherer die Reserven nachhaltig abbauen und in Zukunft nur noch moderate Reserven bilden, welche dann an die Krankenversicherten auch wieder zurückbezahlt werden können. Die Schweizerische Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) fordert hierfür sogar eine Anpassung auf Gesetzesstufe, was ich als Luzerner Gesundheitsdirektor voll und ganz unterstütze. Die Krankenversicherer aber? – Sind dagegen.

 

Womöglich erinnert Sie das an meinen vorletzten Blogbeitrag, in dem es unter anderem um das Lobbying der Krankenkassen im Bundesparlament ging?  

 

Nun wünsche ich Ihnen schönen Herbstferien. Der nächste Blog erscheint am 22. Oktober 2021.

 

Bliibed Sie gsond!

 

Guido Graf
Regierungsrat

 

 

 

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