Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Schätzungsweise 6'700 Menschen im Kanton Luzern leben mit Demenz. Diese Zahl wird sich bis 2035 beinahe verdoppeln (!). Der Hauptgrund dafür ist, dass wir immer älter werden. Und das Alter ist das grösste Risiko für eine Demenzerkrankung. Wenn die Lebenserwartung steigt und immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, wächst entsprechend auch die Zahl der Demenzerkrankten.

 

Fehlende Diagnose

Wir gehen davon aus, dass bei rund der Hälfte aller Menschen, die an Demenz erkrankt sind, gar keine fachärztliche Diagnose vorliegt. Dafür gibt es verschiedene Gründe. So erkennen Hausärztinnen und Hausärzte gewisse Demenzerkrankungen nicht oder erst spät, weil sie die Patientinnen und Patienten nur punktuell sehen und nicht im Alltag beobachten können. Wichtiger dürfte aber sein, dass Demenz in unserer Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema ist. So spielen oft Scham und Hemmungen eine grosse Rolle. Das soll sich ändern, denn Demenz geht uns alle an!

 

Möglichst lange selbstbestimmt leben

Um den steigenden Zahlen zu begegnen, hat der Kanton Luzern die Demenzstrategie 2018-2028 erarbeitet. Deren Ziel ist es unter anderem, die verschiedenen Angebote für Menschen mit Demenz im Kanton zu vernetzen. Gut koordinierte Dienstleistungen kommen den unterschiedlichen Lebensrealitäten, in denen Menschen mit Demenz leben, entgegen. Sie benötigen in den verschiedenen Phasen der Erkrankung nämlich unterschiedliche Unterstützung.

Betroffene wollen und sollen – soweit möglich – auch mitentscheiden können. Im Zentrum steht der Ansatz, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können. Das ist mir als Sozialdirektor ein wichtiges Anliegen, für das ich mich einsetze.

 

Betreuenden Angehörigen gebührt Dank

Die Corona-Pandemie hat sich auf verschiedenen Ebenen ausgewirkt – wie vieles andere war auch das Thema Demenz weniger sichtbar. Durch die Pandemie mussten gewisse Unterstützungs- und Entlastungsangebote reduziert werden oder sie fanden in anderer Form statt. Das verstärkte nochmals die Bedeutung der pflegenden und betreuenden Angehörigen. Es ist mir wichtig, ihnen für das grosse Engagement zu danken, das sie – oftmals täglich und rund um die Uhr – für ihre Angehörigen und damit für unsere Gesellschaft erbringen.

 

Luzern bietet vielfältige Unterstützung

Um Angehörige zu entlasten und zu unterstützen, gibt es im Kanton vielfältige Angebote – auch während der Pandemie. Ich bitte Sie, diese Entlastung und Unterstützung anzunehmen. Zudem gibt es auch für von Demenz betroffene Menschen eine Vielzahl von Angeboten. Alzheimer Luzern führt regelmässig Treffpunkte unter dem Titel «Café Trotzdem» durch. Dort können sich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu ausgewählten Themen informieren lassen und den Austausch pflegen. Nächste Termine:

 

·      23. November 2021, Hochdorf, Bistro & Bar Im Spitz, 14.30 bis 16.30 Uhr

·      24. November 2021, Sursee, Café Koller, 14.00 bis 16.30 Uhr

·      9. Dezember 2021, Luzern, Restaurant Melissa’s Kitchen, 14.30 bis 17.00 Uhr

·      9. Dezember 2021, Willisau, Alterszentrum Willisau, Restaurant Zopfmatt, 14.00 bis 16.00 Uhr

·      15. Dezember 2021, Sursee, Café Koller, 14.00 bis 16.30 Uhr

 

Ich empfehle Ihnen, diese Anlässe ohne Scheu zu besuchen – als betroffene oder als angehörige Person. Je mehr wir über Demenz wissen, umso besser können wir damit umgehen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen.

 

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Bliibed Sie gsond!

 

Guido Graf

Regierungsrat

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