Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Gefragt ist jetzt ein «Metenand ond Förenand» von Bund, Kantonen und Bevölkerung!

 

Es ist kälter geworden, das Leben spielt sich grösstenteils wieder drinnen ab, und die Fallzahlen wie auch die Spitaleintritte steigen in besorgniserregendem Mass an. Die eidgenössische Task-Force Corona prophezeit uns zeitverzögert eine Situation wie in Österreich, wenn wir tatenlos bleiben.

 

Das Virus hält sich nicht an Kantonsgrenzen

In seiner Medienkonferenz vom Mittwoch verzichtete der Bund auf nationale Massnahmen und spielte den Ball den Kantonen zu, insbesondere denjenigen, die sehr hohe Fallzahlen aufweisen. Wie im Bericht der «Rundschau» (hier) kommuniziert, hätte ich mir zwar gewünscht, dass der Bund das Heft in die Hand nimmt und schweizweit einheitliche Massnahmen vorschlägt. Denn die Bevölkerung hat erfahrungsgemäss wenig Verständnis dafür, wenn in den verschiedenen Kantonen unterschiedliche Regeln gelten. Auch aus meiner Sicht macht ein solcher Flickenteppich an Massnahmen keinen Sinn, da das Virus nicht an Kantonsgrenzen Halt macht. Nichtsdestotrotz: wenn der Bund den Ball den Kantonen zuspielt, ist es an uns, diesen Ball anzunehmen und selbst Massnahmen zu ergreifen, welche die Ausbreitung des Virus möglichst eindämmen. Denn eine Situation wie in Österreich mit einer Überlastung des Gesundheitswesens und einem Lockdown müssen wir bei uns unbedingt verhindern. Konkret beantrage ich dem Regierungsrat nun Massnahmen wie zum Beispiel 3G plus (das heisst: Covid-Zertifikat plus Maskenpflicht) etwa bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Diese Massnahmen stehen im Regierungsrat nun zur Diskussion. Wir sind auch im Austausch mit den anderen Zentralschweizer Kantonen, um die Massnahmen bestenfalls immerhin regional aufeinander abstimmen zu können.

 

Bund, Kantone und Bevölkerung sind ein Team

Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass der Bund das Heft in die Hand nimmt: Es ist mir dennoch ein Anliegen, Bund und Kantone nun nicht gegeneinander auszuspielen. Denn wir sollten nie vergessen: wir sind letztlich ein und dieselbe Mannschaft, die «metenand ond förenand» spielt, und im gleichen Team spielt auch die Bevölkerung. Es braucht nun also mehr denn je ein starkes Zusammenspiel von Bund, Kantonen und der Bevölkerung, um diese sich auftürmende Welle zu bremsen – und den Weg aus der Pandemie zu ebnen. Ich passe den Ball nun also weiter zur Bevölkerung mit der Bitte, diesen anzunehmen und sich impfen zu lassen (auch mit der Booster-Impfung), sowie weiterhin die Abstands- und Hygienemassnahmen strikte einzuhalten und Kontakte zurzeit wenn möglich freiwillig einzuschränken. Aus dieser Pandemie finden wir nur «metenand ond förenand» – wenn wir wie eine gute Mannschaft zusammenspielen, statt gegeneinander. Für Ihr Engagement danke ich Ihnen ganz herzlich.

 

Jede Stimme zählt

À propos: «Demokratie ist ein Mannschaftssport», soll Margaret Thatcher, ehemalige Premierministerin des Vereinigten Königreichs, einst gesagt haben. Das gilt auch für dieses Wochenende: Beteiligen Sie sich an den Abstimmungen – jede Stimme zählt! Die Demokratie lebt vom Mitmachen.

 

Bliibed Sie gsond! 

 

Guido Graf

Regierungsrat

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