Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Das Covid-19-Virus verbreitet sich seit einigen Wochen wieder sehr rasant und die Hospitalisationen nehmen zu. Am vergangenen Dienstag hat der Bundesrat endlich wieder selbst das Heft in die Hand genommen und die Konsultation zur Einführung von verstärkten Massnahmen gestartet.

 

Besser spät als nie!

Das nun einheitliche nationale Vorgehen begrüsse ich sehr. Ich hatte mich auch seit Langem für ein solches ausgesprochen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass der Bundesrat früher gehandelt und die Kantone zeitgerecht miteingebunden hätte. Auf Geheiss des Bundesrats beschlossen wir Kantone kürzlich notgedrungen Massnahmen und setzten sie teilweise schon in Kraft – bereits heute sind diese durch die Massnahmen des Bundes übersteuert. Das war nicht ideal.

Es braucht vielmehr ein sofortiges, gutes Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Bevölkerung, um die aktuelle Welle zu verlangsamen und den Weg aus der Pandemie zu ebnen. So könnten wir uns schliesslich auch wieder stärker anderen Themen widmen. Denn die anderen Themen, die gibt es, und zwar zuhauf. In meinem heutigen Blog will ich exemplarisch auf eines aufmerksam machen.

 

Zeit ist reif für Lohngleichheit

Die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau liegen im Kanton Luzern unverändert bei 17 Prozent. Das finde ich zu viel. Und es ist unbestritten, dass nur ein Teil dieser Unterschiede durch objektive Faktoren wie Aus- und Weiterbildung, Pensum und Funktion begründet werden kann. Als oberster Chef von über 400 Mitarbeitenden im Gesundheits- und Sozialdepartement ist es für mich selbstverständlich, dass Mann und Frau für die gleiche Leistung den gleichen Lohn verdienen. Der Staat als Arbeitgeber setzt die Lohngleichheit in der Verwaltung grundsätzlich gut um. Das erwarte ich auch von der Wirtschaft. So fordere ich Eigeninitiative, nicht begründbare Lohnunterschiede schnellstmöglich zu korrigieren und die Löhne von Mann und Frau aneinander anzugleichen. Auch hier haben wir lange genug «Eile mit Weile» gespielt, die Zeit ist längstens reif für Lohngleichheit. Wir alle müssen selbstständig und selbstverständlich Verantwortung wahrnehmen – ohne Hüte in Form von Gesetzen und Kontrollen übereinander zu stülpen.

 

Absage fünf Minuten vor zwölf

Schweren Herzens mussten wir am Montag die Winteruniversiade 2021 absagen – ein schwieriger, aber folgerichtiger Entscheid. Dennoch: die jahrelange intensive Vorbereitungsarbeit wurde mit einem Schlag zunichtegemacht und die rund 1500 Sportlerinnen und Sportler aus über 50 Nationen können ihr Talent nun nicht an den Wettkämpfen zur Schau stellen. Das schmerzt – mich, und alle, die sich für die Universiade stark gemacht haben.

 

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten herzlich für das grosse und unermüdliche Engagement für dieses einzigartige Projekt, allen voran beim OK und den engagierten lokalen Organisationskomitees an den Austragungsorten, bei unseren Freunden vom Schweizer Hochschulsport Swiss University Sports, beim internationalen Hochschulsportverband FISU sowie bei meinen Regierungskolleginnen und -kollegen aus der Zentralschweiz, Graubünden und der Stadt Luzern.

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen geruhsamen zweiten Advent.

 

Bliibed Sie gsond!

 

Guido Graf

Regierungsrat

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