Wort zum Freitag

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Jetzt geht es um Leben oder Tod – das müsste nicht sein!

Der Kanton Luzern weist aktuell mit 400 bis 600 Neuansteckungen pro Tag schweizweit überdurchschnittlich hohe Fallzahlen auf, und die Lage in den Luzerner Spitälern spitzt sich dermassen zu, dass der Kantonale Führungsstab bereits Unterstützung durch den Zivilschutz beantragen musste. Aktuell laufen zudem Vorabklärungen, um nötigenfalls Unterstützung durch die Armee zu erhalten.

 

Bereits heute wird Triage erforderlich

Trotz Unterstützung stossen die Spitäler aber immer mehr an ihre Belastungsgrenze, da immer mehr Intensivbetten belegt sind und gleichzeitig immer weniger Gesundheitspersonal zur Verfügung steht. Das führt dazu, dass bereits heute mancherorts eine Triage erforderlich wird.

 

Triage in der Intensivbehandlung bedeutet, so zu entscheiden, dass die grösstmögliche Anzahl von Leben gerettet wird. Wenn infolge Überlastung der Intensivkapazitäten Patientinnen und Patienten, die eine Intensivbehandlung benötigen, abgewiesen werden müssen, ist für die Triage die kurzfristige Überlebensprognose das erste und wichtigste Entscheidungskriterium. Bei der Aufnahme auf die Intensivstation haben gemäss geltender Praxis diejenigen Patientinnen und Patienten die höchste Priorität, deren Prognose im Hinblick auf das Verlassen des Spitals mit Intensivbehandlung gut, ohne diese aber ungünstig ist. Der Impfstatus im Falle von Infektionskrankheiten, gegen die eine wirksame Impfung vorliegt, ist dabei kein Triage-Kriterium.

 

Impfung schützt das Leben von uns und selbst und unseren Mitmenschen

Sie sehen es: Für uns alle geht es nun um Leben oder Tod. Das müsste nicht sein, wenn sich mehr Menschen gegen Covid-19 impfen lassen würden, um sich vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen. Denn: ein grosser Teil der IPS-Betten ist heute von Covid-Patientinnnen und Patienten belegt und die allermeisten von ihnen sind nicht geimpft. Daher appelliere ich noch einmal in aller Dringlichkeit an Sie: Bitte seien Sie solidarisch und lassen Sie sich impfen, die Lage ist dramatisch. Es geht  nun nicht mehr nur um die eigene persönliche Freiheit, sondern um Leben und Tod von unseren Mitmenschen, die wiederum Angehörige haben, die sie im Todesfall zurücklassen.

 

Und vergessen Sie nicht: Die starke Auslastung der Spitäler führt auch dazu, dass beispielsweise bestimmte Wahleingriffe, aber unter Umständen auch Krebsbehandlungen, nicht mehr durchgeführt werden können, weil im Anschluss an die Operationen kein Intensivplatz zur Verfügung steht. 

 

Frauen-EM 2025: Ein Volltreffer für Luzern und die Zentralschweiz

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es dagegen an der Sportfront: Der Kantonsrat hat der Regierung anlässlich der Kantonsratssession diese Woche mit nur einer Gegenstimme den Auftrag gegeben, sich für die Frauen-Fussball-EM 2025 einzusetzen. Wussten Sie, dass Fussball eine der beliebtesten Frauensportarten in der Schweiz ist? Schon heute gibt es landesweit mehr als 20'000 lizenzierte Spielerinnen, Tendenz anhaltend steigend. Auch die jüngsten Erfolge des Schweizer Frauen-Nationalteams (sechs Siege in sechs Spielen!) zeigen, wie stark der Schweizer Frauenfussball inzwischen geworden ist. Aus meiner Sicht hätte er noch deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die Fussball-EM nach Luzern und in die Zentralschweiz zu holen, wäre deshalb grossartig. So könnten wir noch mehr Mädchen und Frauen (und hoffentlich auch Buben und Männer) für den Frauenfussball begeistern, einer internationalen Gästeschar zeigen, dass wir tolle Gastgeber sind und zugleich unseren Wirtschafts- und Tourismusstandort ins Rampenlicht rücken.

Als langjähriger Unterstützer und Fan des Frauenfussballs und in meiner Rolle als Sportdirektor werde ich mein Bestes dafür geben, dass die EM 2025 in Luzern und der Zentralschweiz stattfinden wird. Die definitive Entscheidung fällt nächstes Jahr im Dezember.

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen gemütlichen dritten Advent.

 

Bliibed Sie gsond! 

 

Guido Graf

Regierungsrat

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