Wort zum Freitag

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser 

 

Die Corona-Pandemie hat auch in der Schweiz zu einer starken gesellschaftlichen Polarisierung mit zwei Lagern geführt. Das merke ich immer wieder im persönlichen Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern – insbesondere aber auch in den sozialen Medien sowie in Mails, die ich erhalte. Auf der einen Seite stehen diejenigen, welche die staatlichen Massnahmen begrüssen und teils sogar einen noch weitreichenderen Schutz verlangen. Grundsätzlich sind sie alle dankbar, dass Bund und Kantone die Situation beobachten, analysieren, entsprechende Schutzmassnahmen erarbeiten, umsetzen und nun ein Impfangebot für alle machen können. Auf der anderen Seite des Spektrums sind diejenigen Kreise, die alle Schutzmassnahmen der Behörden für – gelinde gesagt – für Blödsinn und Übertreibung halten. Festzuhalten ist, dass die beiden Lager – zum Glück – nicht gleich gross sind. Die Corona-Skeptiker (oder gar -Leugner) sind deutlich in der Minderzahl – dafür aber umso «lauter». Nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken, wo sie uneingeschränkt alles anprangern können, was ihnen nicht passt. 

 

«Willkürliche Übergriffe auf die Grundrechte»

Beschäftigt hat mich in diesem Zusammenhang der Beitrag eines Professors, über den ich kürzlich in den sozialen Medien gestolpert bin. Er forderte, dass die politisch Verantwortlichen vor Gericht gezogen werden sollten «für den menschlichen und wirtschaftlichen Schaden», für den sie seiner Meinung nach verantwortlich sind, und für die «willkürlichen Übergriffe auf die Grundrechte ihrer Bürgerinnen und Bürger». Auch wenn ich als Politiker in dieser Sache natürlich Partei bin, so ärgere ich mich dennoch über diese holzschnitzartigen und polemischen Äusserungen des besagten Professors, der hier Willkür und vermeintliche Gesetzlosigkeit ins Feld führt. Ich persönlich glaube, der Balanceakt zwischen den unterschiedlichsten Interessen ist uns in der Schweiz bislang nicht so schlecht gelungen, auch wenn dafür – leider – teilweise Einschränkungen bei den Grundrechten in Kauf genommen werden mussten. Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in diesem Land zeigt sich solidarisch und hilft so mit, ein Teil der Lösung zu werden. Stellen Sie sich vor, was wir Politikerinnen und Politiker uns anhören müssten, würde der Staat seine Schutzaufgabe (in diesem Fall: den Gesundheitsschutz) gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern nicht wahrnehmen, und nicht als derart hohes Gut behandeln würde...?

 

Innovative Spitalplanung - sogar in einer Fabrikhalle

Ungewöhnliche Wege beschreitet das Luzerner Kantonsspital LUKS bei der Planung des neuen Kinderspitals und der Frauenklinik, die voraussichtlich 2026 ihren Betrieb aufnehmen: Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und weitere Mitarbeitende des LUKS bauen gegenwärtig in einer leerstehenden Fabrikhalle zusammen mit Fachleuten die geplanten Räumlichkeiten modellartig nach, damit dann der tatsächliche Bau optimal gelingt (siehe Visualisierung des neuen Gebäudes bei den Bildern). Dass das LUKS Luzern hier einen so innovativen Weg beschreitet und grossen Wert drauflegt, dass sich die kleinen und grossen Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen und auch das Personal dereinst dann in den Räumlichkeiten wohlfühlen werden sowie zeitgemässe und moderne Bedingungen vorfinden, das freut mich als Gesundheits- und Sozialdirektor ausserordentlich! 

Hier geht’s zu einem Beitrag von «Schweiz aktuell» vom 17. Mai 2021. 

Hier finden Sie noch mehr Infos & Details über den Neubau Kinderspital/Frauenklinik. 

 

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes Pfingst-Wochenende – und dem FCL sowie allen Blau-Weiss-Fans den Cupsieg am Montagnachmittag! Bliibed Sie gsond. 


Guido Graf 
Regierungsrat

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