Wort zum Freitag

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser 

 

Als «Schattenspital» wurde das Medical Center in Nottwil kürzlich von einer Zeitung bezeichnet. Zwischenzeitlich ist dieses Notspital zurückgebaut worden. Es wäre dann zum Einsatz gekommen, wenn in den regulären Spitälern nicht genügend Spitalbetten zur Verfügung gestanden hätten und alle weiteren Versorgungsmöglichkeiten für die Covid-19-Patientinnen und -Patienten ausgeschöpft gewesen wären. Es ist doch so, dass man generell in die Sicherheit investiert (zum Beispiel auch bei der Feuerwehr, beim Militär, oder vielem mehr) in der Hoffnung, dass die zur Verfügung stehenden Mittel bestenfalls gar nicht zum Einsatz kommen müssen. Das war auch die Überlegung der Regierung, als sie den Aufbau des Medical Center in Nottwil damals bewilligt hatte. 

 

Zwei hervorragend investierte Franken!

Als das Medical Center im März 2020 erstmals aufgebaut wurde, fiel das in die Zeit einer akuten Bedrohungslage – im Fernsehen und in den Zeitungen waren die schrecklichen Bilder aus Bergamo zu sehen: überfüllte Spitäler, verzweifelte Menschen – und Militärlastwagen, die nachts haufenweise Särge abtransportiert haben. Zu einer solchen Eskalation der medizinischen Lage kam es in der Schweiz zum Glück nie, auch wenn die Betten in den Akutspitälern auch hierzulande zeitweise knapp geworden waren. Dass wir nie auf das Notspital in Nottwil zurückgreifen mussten, ist rückblickend ein riesengrosses Glück. Doch was passiert jetzt? Es werden die Kosten von rund 850’000 Franken ins Feld geführt, die das Notspital verursacht hat... Man sollte sich aber vor Augen führen: Bei einer Kantonsbevölkerung von knapp 415 000 Personen betragen die Kosten pro Luzernerin und Luzerner für diese einmalige Notfallmassnahme gerade mal rund 2 (!) Franken. Eine viel kostengünstigere Gesundheitsversicherung gibt’s nicht!

 

Nach Cup-Sieg des FCL: Zwei Seelen in meiner Brust

Besser hätte es sportlich nicht laufen können: Der 3:1-Sieg des FC Luzern gegen den FC St. Gallen versetzt die Fussballbegeisterten seit Pfingstmontag in der ganzen Zentralschweiz in Freudentaumel! Dass «de Chöbu» nach knapp 30 Jahren endlich wieder in Luzern ist, freut mich als Sportdirektor des Kantons, aber auch als grosser FCL-Anhänger natürlich riesig! Ja, auch ich war absolut euphorisiert an diesem Pfingstmontag. Was der FC Luzern da in Bern gezeigt und geleistet hat, ist schlicht grandios – gleiches gilt übrigens auch für den EV Zug, der kürzlich den (auch lang ersehnten) Eishockey-Meistertitel endlich wieder zurück in die Zentralschweiz gebracht hat. Umso süsser ist dieser doppelte Triumph, wenn man bedenkt, dass viele hiesige Fussball- und Eishockeyfans ja Anhänger beider Teams sind. Trotzdem muss ich sagen: Als Regierungsrat sind da zwei Seelen in meiner Brust. Einige Bilder rund um die Luzerner Cup-Feier haben mich als Gesundheitsdirektor ganz und gar nicht gefreut. Horrende Menschenmassen, dicht auf dicht gedrängt, viele ohne Hemmungen, ohne Masken, ohne Abstand und dadurch: ohne Vorsicht. Leider habe ich viel zu viele Blau-Weisse gesehen, die in der Stunde des Triumphs scheinbar alle geltenden Regeln vergessen haben... Auch im grössten Siegestaumel gelten die Massnahmen, mit denen wir uns und andere schützen.

 

Zweite Chance beim Cupfinal der FCL Damen!

Nach dem Sieg der FCL-Herren stehen nun die Damen des FC Luzern im Fokus. Sie bestreiten ihren Cupfinal morgen in einer Woche, am 5. Juni. Und hier wünsche ich mir genau so viel Begeisterung und Leidenschaft für das Damenteam und den Frauenfussball im Allgemeinen, wie es die Fussballer des FCL am Pfingstmontag erfahren haben. Sollte es mit dem Luzerner «Doppel-Cup-Triumph» tatsächlich klappen, dann aber bitte diesmal: unter Einhaltung der geltenden Schutzmassnahmen. Dann sind wir alle Gewinnerinnen und Gewinner. Hopp Lozärn!

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Bliibed Sie gsond! 


Guido Graf 
Regierungsrat

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